Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist ein innovatives, nachhaltiges Wirtschaftsmodell mit dem Ziel einer ethischen Wirtschaftskultur. Als Alternative zum gegenwärtigen Wirtschaftsverständnis baut sie auf den Werten Menschenwürde, ökologische Verantwortung, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, demokratische Mitbestimmung und Transparenz auf.
Hinter der Gemeinwohl-Ökonomie steht die Überzeugung, dass die drängenden Herausforderungen unserer Zeit – von der Ressourcenknappheit über die Klimakrise, vom Verlust der Artenvielfalt bis hin zur größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich – Folgen des Kapitalismus sind und nur ganzheitlich und systemisch zu lösen sind. Als nachhaltiges Wirtschaftssystem bietet die Gemeinwohl-Ökonomie eine Alternative mit konkreten Tools.
Die Entscheidung, eine Gemeinwohlbilanz zu erstellen, war für uns ein bewusster Schritt, um unsere Wirkung transparent und messbar zu machen – nicht nur gegenüber Mitgliedern, sondern auch gegenüber der Öffentlichkeit und unserer Region.
Die Bilanzierung hilft uns, unsere Aktivitäten nach Gemeinwohl-Kriterien systematisch zu reflektieren und weiterzuentwickeln.
Sie zeigt, wo wir bereits stark sind und in welchen Bereichen wir uns noch verbessern wollen.
Gleichzeitig macht sie sichtbar, wie unser genossenschaftliches Handeln – von demokratischer Mitbestimmung über ökologische Energieprojekte bis hin zu sozialer Teilhabe – positiven Einfluss für Menschen und Umwelt schafft.
Mit der Gemeinwohlbilanz setzen wir ein Zeichen für Verantwortungsbewusstsein, das über monetäre Kennzahlen hinausgeht und nachhaltiges Wirtschaften in seiner ganzen Breite abbildet. Die Bilanzierung macht unsere Werte greifbar und vergleichbar und stärkt unser Selbstverständnis als Genossenschaft, die nicht nur Energie, sondern Gemeinwohl erzeugt.
Für uns ist Energie mehr als Kilowattstunden.
Echte Energiewende bedeutet für uns:
Teilhabe für alle, indem Menschen nicht nur Verbraucher:innen sind, sondern Mitgestalter:innen und Teilhaber:innen gemeinsamer Projekte.
Demokratische Strukturen, in denen jede Stimme zählt – unabhängig von der Höhe der Einlage.
Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, der ökologische Verantwortung und soziales Engagement verbindet.
Die Gemeinwohlökonomie liefert uns ein orientierendes Wertegerüst, das genau diese Dimensionen betont und uns unterstützt, Verantwortung systematisch, sichtbar und glaubwürdig zu übernehmen.
Im heute dominierenden Neoliberalismus wird der Mensch als „homo oeconomicus“ beschrieben: Als einen auf den eigenen Vorteil bedachten, kühl den Eigennutzen optimierenden Egoisten. Dieser versucht unter weiteren Egoisten zu überleben und Vermögen anzuhäufen, wobei am Ende durch eine unsichtbare Hand mehr Wohlstand für alle herauskommt. Das sehen wir nicht so: Niemand wird als „homo oeconomicus“ geboren, wird aber in diesem System der „ständigen Belohnung“ entsprechend geprägt. Dies hat mitunter das Ergebnis: Egoismus, Rücksichtslosigkeit und Kaltherzigkeit. Wir bei den Teckwerken sehen Menschen als soziale Wesen, die ihre Werte verändern und in Abhängigkeit zur lebendigen Welt stehen. Und wir wollen gemeinwohlorientiert und nachhaltig wirtschaften. Gemeinwohl-Ökonomie steht für Konzepte und alternative Wirtschaftsmodelle, die eine Orientierung der Wirtschaft am Gemeinwohl, Kooperation und Gemeinwesen in den Vordergrund stellen. Deswegen sind wir im Jahr 2020 dem Gemeinwohl-Ökonomie e.V. beigetreten und haben 2025 unsere erste Gemeinwohl-Bilanz erstellt.
Bei der Bilanzierung nach Gemeinwohl-Kriterien haben wir bei den folgenden Kriterien als „vorbildlich“ abgeschnitten: „Ethische Haltung im Umgang mit Geldmitteln“, „Eigentum und Mitentscheidung“ und „Kooperation und Solidarität mit Mitunternehmen“. Bei Kriterien wie „Soziale Haltung im Umgang mit Geldmitteln“, „Ökologische Auswirkung durch Nutzung und Entsorgung von Produkten und Dienstleistungen“ haben wir die Bewertung „Erfahren“ erreicht. Und bei fast allem, was die Zulieferkette betrifft, müssten wir einsehen, dass wir bis dato der Zuliefererkette zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet haben, und dass hier das Argument „wir haben doch kaum einen Hebel“ hinterfragt werden sollte. Beispiele für insgesamt 49 Maßnahmen, die wir aus der Bilanzierung hergeleitet haben, sind: Entwicklung von Ansätzen zur Bewertung zugekaufter Projekte unter gemeinwohlbezogenen Aspekten, Zusammenarbeit mit PV-Modul-Entsorgungsunternehmen oder auch die Entwicklung einer erfolgsabhängigen Vergütung für Mitarbeitende.
Wir haben die Gemeinwohl-Bilanz zusammen mit vier weiteren Unternehmen der Region im sogenannten Peer-Verfahren erstellt. D.h., die beteiligten Unternehmen bewerten sich gegenseitig unter Aufsicht und mit Unterstützung eines erfahrenen Moderators. Vielen Dank an das Institut für Auslandsbeziehungen, an die Praxis Schneeweiß, an die Sicherheitsakademie Steiner und an Wooden Valley für die gute Zusammenarbeit im Peer-Verfahren, und an Yellow Birds für die Moderation.
Für tiefergehende Informationen finden Sie den Gesamtbericht sowie das Zertifikat hier.